Die neuen 20er Jahre

transparenter Oberstoff mit 3 verschiedenen UnterstoffenJetzt sind die 20er doch tatsächlich schon 100 Jahre her. Besonders zum Beginn der neuen Dekade Silvester 19/20 haben viele passend reingefeiert. Ich auch. Das Thema ist allerdings noch ein paar Jährchen passend. Für alle, die noch ein Kleid brauchen, wenn man wieder feiern kann oder die ein neues Projekt suchen nachdem sie jetzt genug Brot gebacken haben 😉

Kleid mit Schal einmal als Stola und einmal um die HüfteAls erstes ist natürlich die Recherche wichtig. Was hat man so in den 20ern zu einer Party getragen? Dafür musste ich viel Babylon Berlin und Downton Abbey (ab Staffel 3) anschauen. Miss Fisher ist auch gut, kannte ich damals leider noch nicht. Auf Youtube gibt es Videos, wie z.B. von Karolina Żebrowska über 20er Jahre Tagesmode, dass auch viel allgemeine Infos enthält. Das damalige Schönheitsideal ist aus heutiger Sicht etwas ungewohnt. Als Frau sollte man flach, aber nicht mager, sein ohne jede Kurve mit einem kleinen puppenhaftem Köpfchen. Elemente wie die aufgemalten Augenbrauen, lange Ketten und tiefe Taille ziehen alles nach unten. Je nach Tageszeit und Event unterscheidet sich dann die Ausführung. Abends sind Unterschenkel und Arme zeigen, sowie tiefer Ausschnitt erlaubt. Ob mehr Exotik/Orient oder geometrische Muster,  Federboa oder Stola, Pailetten oder Fransen kann man selbst entscheiden. Es soll ja keine historische Arbeit werden. Wer nicht die ideale Figur oder Haare dafür hat, die alten Tricks von damals gehen heute noch. Man kann sich lange Haare zu Pseudokurzhaarfrisuren hochstecken und eine breite Hüfte kaschieren wie im Bild.

helles Kleid auf Schneiderpuppe von vorne, von der Seite und von hintenMit diesen Informationen gewappnet ging es auf zu Second-Hand Läden, Flohmärkten, Stoffläden und einmal durch den Kleiderschrank. Ich wollte mich nicht vorher festlegen sondern, schauen, was ich aus dem machen kann, was es gibt. Ausschlaggebend wurde ein alter Vorhang mit Pailletten und Zickzackfransen aus Perlen (5€). Der wurde zum Oberkleid über einem auch selbstgenähten Unterkleid aus Faschingsseide. Da wir kein Schnittmuster gefunden haben entstand beides mit Hilfe dieses Videos. Der Ausschnitt ist hinten wie vorne gleich. So wie ich das auf vielen alten Bildern gesehen habe. Je nach Licht wirken die Stoffe anders, was man an den Fotos hier sehen kann. Für dieses Projekt war ich zugegeben mehr Creative Director. Meine Mutter hat alles genäht. Die einstellbare Schneiderbüste war sehr praktisch.

Für das komplette Outfit braucht man dann noch Schuhe (nicht zu hoch), Schmuck und Kopfputz. Hier hier wurde es bei mir etwas teurer, bin aber insgesamt unter 40€ geblieben. Wenn nicht alles so perfekt zum Kleid passt, sollte es wenigstens zueinander passen. Da ich nur schwarze Schuhe hatte war dann im Stirnband und die Handtasche schwarz. Das selbstgenähte Kopfband nimmt auch den Stoff des Kleids wieder auf und das Perlmutt der Kette. Der Stil insgesamt ist dann frühe 20er im exotischen Einfluss geworden mit Pfauenfeder und Reptilienleder.

So ein Kleid im Stil der 20er Jahre ist für eine Party sehr bequem und luftig. Das unverzierte Unterkleid kann man danach einfach waschen. Und zum Schluss noch eine Bitte im Namen aller Gastgeber: Kauft euch keine billige Federboa! Danke.

cremefarbenes Kleid im 20er Jahre Stil auf Schneiderpuppe mit Schuhen, Kette und Kopfschmuck

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